Bank Julius Bär

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Julius Bär Gruppe AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
ISIN CH0102484968
Gründung 1890
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Boris Collardi[1]
(CEO)
Daniel J. Sauter[2]
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 3578 (31. Dez. 2010)[3]
Bilanzsumme 46,2 Mrd. CHF (2010)
Branche Bank
Produkte Vermögensverwaltung
Website www.juliusbaer.com
Niederlassung in Frankfurt am Main (2012)

Die Bank Julius Bär & Co. AG gehört zur Schweizer Bankengruppe Julius Bär Gruppe AG, einer Privatbank aus Zürich. Das Unternehmen war mit einem verwalteten Kundenvermögen von rund 405 Mrd. Schweizer Franken per Ende 2007 hinter Pictet & Cie der zweitgrösste reine Vermögensverwalter der Schweiz.

Ausrichtung

Als Privatbank richtet sich ihr Angebot zur Vermögensverwaltung in erster Linie an wohlhabende Kunden. Sie bietet ein Angebot an Anlageinstrumenten und Beratungsdienstleistungen. Neben ihrem Hauptsitz in Zürich betreibt das Bankhaus Niederlassungen in Ascona, Basel, Bern, Brig, Dubai, Frankfurt am Main, Genf, Grand Cayman, Guernsey, Hamburg, Hongkong, Kreuzlingen, Lausanne, Lugano, London, Luxemburg, Luzern, Mailand, München, Singapur, St. Moritz, Stuttgart, Wien und Zug.

Das Unternehmen verwaltete Ende 2010 Kundenvermögen in Höhe von rund 267 Mrd. Schweizer Franken, im Geschäftsjahr 2010 erzielte die Julius Bär Holding einen Gewinn von 352 Mio. Franken.

Geschichte

Am 17. Oktober 1890 gründeten Ludwig Hirschhorn und Theodor Grob in Zürich die Kollektivgesellschaft Hirschhorn & Grob mit Sitz an der Bahnhofstrasse 85, die im Bereich Geldwechsel aktiv wurde. Mit dem Austritt von Theodor Grob tat sich Ludwig Hirschhorn mit seinem Schwager Julius Bär und mit Joseph Michael Uhl zusammen; sie gründeten am 26. Dezember 1896 die Personengesellschaft Hirschhorn, Uhl & Bär. Nach dem Tod von Ludwig Hirschhorn übernahm Julius Bär am 23. April 1901 mit seiner Kommanditgesellschaft Julius Bär & Co. die Aktiven und Passiven der Personengesellschaft, die gleichzeitig aufgelöst wurde.[4][5]

Seit 1980 öffnete sich das Bankhaus schrittweise familienfremden Investoren, bis es sich 2005 als börsenkotierte Aktiengesellschaft zu einer kompletten Publikumsgesellschaft wandelte und seither dem Swiss Market Index angehört. Der Anteil der Familie Bär liegt unter 5 % des Aktienkapitals. Gemessen an den verwalteten Vermögen ist Julius Bär nach den beiden Schweizer Grossbanken und Pictet & Cie die Nummer Vier unter den Schweizer Banken.

Im September 2005 erwarb das Bankhaus für 6.1 Mrd. Franken (rund 3.7 Mrd. Euro) die ehemals unabhängigen Privatbankiers Ferrier, Lullin & Cie SA, Ehinger & Armand von Ernst AG, Banco di Lugano (die bis 1990 als Banco di Roma per la Svizzera firmierte) und das Vermögensverwaltungshaus GAM (Global Asset Management) von der Schweizer Grossbank UBS, womit es zu einer der grössten unabhängigen Vermögensverwaltungen in der Schweiz wurde. Der Kaufpreis wurde mit 3,8 Mrd. Franken in bar und einem Anteil von 21,5 % des Aktienvermögens an der Privatbankgruppe bezahlt. Die UBS kündigte an, diesen Anteil nicht als strategische Beteiligung zu führen, was erwarten lässt, dass nach Ende der Verkaufssperrfrist von 18 Monaten die Schweizer Grossbank ihren Anteil bei günstigen Marktkonstellationen schrittweise reduzieren könnte.

Am 14. April 2011 gab Julius Bär bekannt, dass sie sich mit den deutschen Behörden auf eine einmalige Zahlung von 50 Millionen Euro (ca. 64,7 Millionen Franken) geeinigt hätte. Damit werden die gegen Julius Bär und unbekannte Mitarbeitende geführten Ermittlungen betreffend unversteuerte Vermögen von in Deutschland steuerpflichtigen Personen eingestellt. Die Ermittlungen kamen zu Stande durch Selbstanzeigen deutscher Kunden und von deutschen Behörden gekaufte sowie von diesen erhobene Daten.[6][7]

Aufspaltung

Im Mai 2009 gab die Julius Bär Holding die Aufspaltung in zwei eigenständige Gesellschaften bekannt. Das Private Banking-Geschäft verbleibt bei der Julius Bär Gruppe AG, die sich inskünftig auf die Beratung und Betreuung von Privatkunden konzentriert. Das Asset Management-Geschäft, das nebst GAM auch Artio Global Investors und Julius Bär Asset Management Europe umfasst, wird in die GAM Holding AG eingebracht. Diese wird sich auf das Anbieten von Anlageprodukten (insbesondere Anlagefonds), Portfoliomanagement-Dienstleistungen sowie alternativen Anlagen konzentrieren. Die beiden Gesellschaften sind nach Zustimmung durch die Aktionäre und der Aufsichtsbehörden seit Oktober 2009 als eigenständige Unternehmen an der Börse kotiert.[8]

WikiLeaks

Am 17. Januar 2011 überreichte der frühere Angestellte der Bank Rudolf Elmer zwei Datenträger an Julian Assange von der Whistleblower-Internetplattform WikiLeaks. Die Datensätze sollen Informationen über 2000 Konteninhaber enthalten und von drei Finanzinstitutionen stammen, unter anderem von der Bank Julius Bär. Dabei soll es sich um mutmassliche Steuersünder handeln. Julian Assange sagte, die Daten würden geprüft und dann vollständig auf WikiLeaks veröffentlicht.[9] Bereits Anfang 2008 hat Rudolf Elmer Dokumente mit Kundendaten einer Filiale der Bank Bär auf den Cayman Islands, darunter auch Fälschungen,[10][11] über WikiLeaks veröffentlicht. Daraufhin hatte die Bank im Februar 2008 ein US-Gericht zum Abschalten der Website Wikileaks bewegen können. Allerdings hob der Richter die Verfügung später wieder auf. Die Bank zog im März 2008 die Klage zurück.[12] Auch gab Elmer bereits 2004 Datensätze an Medien und Steuerbehörden weiter und bedrohte Bankangestellte. Im Jahre 2011 wurde er von einem Gericht zu einer Busse verurteilt.[13] Elmer legte Berufung gegen das Urteil ein.[14]

Literatur

  • Ernst Bieri, Peter Holenstein, Karl Völk: 1890–1990 – Eine Bank und ihre Familie – Eine Familie und ihre Bank, 352 Seiten, herausgegeben von der Bank Julius Bär, Zürich 1990

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Eintrag der «Julius Bär Gruppe AG» im Handelsregister des Kantons Zürich
  2. Ordentliche Generalversammlung der Julius Bär Gruppe AG. Medienmitteilung vom 11. April 2012 (PDF-Datei)
  3. Julius Bär: Key figures Julius Baer Group. 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011.
  4. Geschichte, Website der Bank Julius Bär. Abgerufen am 27. März 2011.
  5. Finanzdynastien (16): Julius Bär. Von Heidelsheim an die Zürcher Bahnhofstraße. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. Oktober 2008. Abgerufen am 27. März 2011.
  6. Julius Bär wendet mögliches Verfahren in Deutschland ab. Medienmitteilung vom 14. April 2011
  7. Schweizer Privatbank kauft sich von Steuerverfahren frei. in: Spiegel Online vom 14. April 2011
  8. Julius Bär teilt sein Private Banking- und Asset Management-Geschäft in zwei unabhängige kotierte Gesellschaften Medienmitteilung vom 20. Mai 2009
  9. Schweizer übergibt Bankdaten an Wikileaks in: Deutsche Welle vom 17. Januar 2011.
  10. „Schweizer Whistleblower stellte Unschuldige an den Pranger“, Tages-Anzeiger, 13. Januar 2011.
  11. „Der Saubermann mit den heiklen Daten“, Tages-Anzeiger, 17. Januar 2011.
  12. Klage gegen Wikileaks zurückgezogen in: heise.de vom 6. März 2008.
  13. Richter: Elmer ist ein Whistleblower aus Rache in: Tages-Anzeiger vom 19. Januar 2011.
  14. Ex-Banker legt Berufung gegen Urteil ein in: Schweizer Fernsehen vom 20. Januar 2011.
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